Interview mit CCS

Die 2018 von Alte Leipziger – Hallesche und Friendsurance ins Leben gerufene Free Insurance Data Initiative (FRIDA) setzt sich für einen branchenweiten, offenen Schnittstellenstandard im Versicherungsbereich ein. Seit Sommer 2021 agiert FRIDA als eingetragener Verein. In einer neuen Interview-Serie stellen wir nacheinander alle Gründungsmitglieder vor: CCS

Wer seid Ihr, was macht Ihr?

CCS ist ein Softwarehersteller, dessen Mission und Zweck ausschließlich in der Entwicklung von Standardsoftwarelösungen für die Versicherungsindustrie besteht. Mit dem Hauptsitz in Holland und der Deutschland GmbH in München versorgen wir über 150 Versicherungskunden in Zentraleuropa mit innovativen, digitalen Versicherungslösungen. Schwerpunkt ist ein Insurance Middle Layer (Digital Insurance Platform), der bestehende Kernsysteme der Versicherungsunternehmen mit der digitalen Welt verbindet.

Warum engagiert Ihr Euch bei FRIDA?

Eine Vereinheitlichung der Verbindung zwischen Marktteilnehmern im Versicherungsumfeld ist überfällig. Das beschleunigt die Umsetzung von Innovationsprojekten, reduziert Kosten und senkt das Risiko in eine Sackgasse zu investieren. Daher sind wir von einer gemeinsam getragenen Definition für APIs für die Versicherungswelt überzeugt.

Was ist Eure Rolle bei FRIDA? In welchen FRIDA-Arbeitsgruppen seid Ihr aktiv?

Da wir die technologischen Möglichkeiten beim Versicherer unterstützen, die definierten APIs zur Verfügung zu stellen, sind wir an einer schnellen API Definition (die von CCS unterstützt) interessiert. Aufgrund eines erfolgreichen Cyber-Versicherers in Köln, der CCS Kunde ist, sind wir im Cyber Use Case besonders aktiv. Wir freuen uns aber über ein möglichst breites FRIDA-Definitionsergebnis in vielen Sparten.

Was ist aus Eurer Sicht die größte Herausforderung für Open Insurance?

Open Insurance bedeutet Öffnung in alle Richtungen und Bereitschaft für Investitionen in diverse Kooperationen. Versicherungsunternehmen agierten über Jahrzehnte tendenziell eher selbstzentriert und risikoavers. Daher ist der „Mind-Shift“ die größte Herausforderung. Für die technologische Herausforderung, bewährte und über Jahre entwickelte Kernsysteme auf die digitalen Anforderung und Open Insurance vorzubereiten, sorgen wird.

Was ist Eure Prognose, wo wir mit dem Thema Open Insurance in fünf Jahren stehen werden?

Leider wurde meine Glaskugel wurde während der Pandemie an anderer Stelle dringend gebraucht, daher… – im Ernst: die gestiegene Kundenerwartung und die Notwendigkeit auf Kooperationen zu setzen, ist im Top Management jeder Versicherung verstanden worden. Jetzt braucht es den unternehmensweiten „Mind-Shift“ und noch viele Hausaufgaben die zu machen sind. Damit meine ich, dass Versicherer ganzheitlich innovativ werden müssen und nicht nur in „Werkstätten“ oder in einer digitalen Ausgründung. Weiterhin wünsche ich mir, dass in 5 Jahren handschriftlich auszufüllende Antrags-PDFs verschwunden sind und ich als Consumer in weniger als 2 Minuten und in dem Moment ein Risiko versichern kann, in dem es in meiner Lebenssituation aktuell ist.

Warum sollten sich Unternehmen bei FRIDA einbringen?

Ein Zitat von Andy Warhol bringt es auf den Punkt: „Es wird immer gesagt, dass die Zeit die Dinge verändert, aber man muss sie eigentlich selbst ändern.“

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