Interview mit OCC

Die 2018 von Alte Leipziger – Hallesche und Friendsurance ins Leben gerufene Free Insurance Data Initiative (FRIDA) setzt sich für einen branchenweiten, offenen Schnittstellenstandard im Versicherungsbereich ein. Seit Sommer 2021 agiert FRIDA als eingetragener Verein. In einer neuen Interview-Serie stellen wir nacheinander alle Gründungsmitglieder vor:

Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Wir haben Versicherungen für Klassiker erfunden, als viele von den heute versicherten Oldtimern noch Neuwagen waren: Nur mit Sonnenschirm, Campingstühlen, Klapptisch und einem Stapel Info-Blätter präsentierten unsere Gründer Thomas Sühr und Christian Bartelt 1985 beim Oldtimer Grand Prix am Nürburgring ihr revolutionäres Versicherungskonzept.

Von Anfang an haben wir verstanden, dass das Wort “Wert” für die Besitzer:innen von Liebhaberfahrzeugen eine hohe emotionale Bedeutung hat. Viele tausend zufriedene Besitzer:Innen von Oldtimern, Youngtimern und Premiumfahrzeugen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wissen um diesen Unterschied – und legen den Schutz ihrer Fahrzeuge in unsere Hände. Ebenso sind wir Ventil-Lösung für namhafte Versicherungskonzerne, wie auch in der Klassiker-Szene als Experten und „Brückenbauer“ nicht mehr weg zu denken.

Heute ist OCC Marktführer im Segment der Spezialversicherungen für Oldtimer, Youngtimer und hochwertige Sportwagen in der kompletten D-A-CH-Region. Das Unternehmen beschäftigt an seinen Standorten Lübeck, Wien und Zürich über 110 Mitarbeiter:innen.

Warum engagiert ihr euch bei FRIDA?

Wir sind überzeugt davon, dass wir gemeinsam mehr erreichen und FRIDA bietet uns genau die richtige Plattform. Der Austausch mit den Beteiligten Unternehmen, wie auch die konkrete Umsetzung spannender Use-Cases sind für die Weiterentwicklung unserer Services äußerst wertvoll.

Zusammen können wir ein wichtiger Impulsgeber für digitale Lösungen in der KFZ-Versicherungsindustrie sein. Hierbei wollen wir Synergien schaffen, Brücken schlagen und auch unsere Erfahrungen als Assekuradeur einbringen. Als Ventil-Löser für diverse große Versicherungsunternehmen, sind wir ausserdem maßgeblich daran interessiert, unsere Lösungen mit anderen zu teilen. Auch deshalb sind wir ein großer Verfechter von FRIDA und Open Insurance.

Was ist eure Rolle und in welchen Gruppen seid ihr aktiv?

Als Anbieter einer Oldtimer-Versicherung sind wir vor allem im „Car Use-Case“ aktiv. Hierbei beschäftigen wir uns derzeit mit einer digitalen, einfachen und smarten Schadenbearbeitung. Unser Anspruch ist es dabei eine voll-digitale Lösung zu erarbeiten: Angefangen von der schnellen Schadenerfassung, über die digitale Meldung an den Versicherer, bis hin zur schnelleren Abwicklung des Schadens durch unkomplizierte Prozesse

Des Weiteren freuen wir uns über neue Mitglieder bei FRIDA und unterstützen die Akquise innerhalb unseres Netzwerks.

Was ist aus eurer Sicht die größte Herausforderung von Open Insurance?

Die größten Herausforderungen sind hierbei sicherlich die Standardisierung von Schnittstellen, Datensicherheit und Transparenz für Endkunden. Um solche Standards zu schaffen ist es absolut notwendig zusammenzuarbeiten und die Kräfte zu bündeln. Nur gemeinsam können wir die notwendigen Hebel in Bewegung setzen.

Wo sehen wir das Thema Open Insurance in fünf Jahren?

Open Insurance steckt sicherlich nicht mehr in den Kinderschuhen, es bedarf allerdings noch einer großen Portion an gemeinsamen Umsetzungen. Dazu müssen wir als Vorreiter das Mindset weiterer beeinflussen, Synergien finden und Erfolgsmodelle hervorbringen. Hier gibt es kein Gegeneinander, sondern nur ein Miteinander.

Open Insurance wird in fünf Jahren ein fester Bestandteil der Versicherungs- und Finanzindustrie sein. Wir sind überzeugt, dass auch weitere „große Tanker“ innerhalb der Versicherungsbranche aufspringen werden. Alte Mauern aufsprengen und Bedenken ausräumen, ist hierbei unsere Disziplin.

Warum sollten sich Unternehmen bei FRIDA einbringen?

In der Gemeinschaft können wir die Branche zielgerichtet weiter entwickeln. Neue Maßstäbe setzen, das Netzwerk erweitern und letztendlich selbst von den Entwicklungen zu profitieren sind hier nur einige Punkte, die eine Mitgliedschaft interessant machen.

FRIDA entwickelt sich zunehmend zu einem immer wertvolleren Zusammenschluss innovativer Köpfe. Dazu einen Teil beitragen zu dürfen, sollte für jedes Unternehmen erstrebenswert sein.

An welchen Projekten im Versicherungswesen (z.B. Digitalisierung, Standardisierung) seid Ihr bereits beteiligt?

OCC ist nicht nur Gründungsmitglied von FRIDA, sondern auch besonders aktiv bei weiteren Digitalisierungs-Initiativen wie Bitkom oder des Arbeitskreises innerhalb der InsurTech Werft in Hamburg.

Der Unternehmenszweck besteht nicht nur darin, smarte Lösungen zum Schutz wie auch Erhalt von Klassikern weiterzuentwickeln, sondern auch für unsere Partner und Kunden die bestmögliche Dienstleistung zu schaffen. Lübeck als unser Heimathafen in Deutschland entwickelt sich hierbei immer mehr zu einem kleinen Mekka innerhalb der Versicherungs- und Finanzindustrie. Dazu wollen wir mit unserem Angebot maßgeblich zu beitragen.

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